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Ahnen-forschung

Johann Neudert:   Woher kommen meine Neudert-Vorfahren?

Der Name NEUDERT ist kein häufig vorkommender Name. Hin und wieder wird er mit dem weitaus mehr verbreiteten Namen NEUBERT verwechselt. Letzterer könnte aus dem Namen Neudert hervorgegangen sein, weil er in früheren Jahrhunderten nicht auftaucht - im Gegensatz zum Namen Neudert. Diese Aussage gehört jedoch zu denjenigen Sachverhalten, die noch bewiesen werden müssen.

Bis zum Jahr 1695 kann ich meine NEUDERT- Vorfahren in meinem Geburtsort Laubendorf (ehemaliges Sudetenland) an Hand der Taufmatriken der St. Georgskirche zurück verfolgen, als ein Johann NEUDERTH geboren wurde (8 Generationen vor mir). 1760 kaufte dessen Sohn Georg das Bauernanwesen 205 seinem damaligen Besitzer Haubt (Quelle: Erstes Laubendorfer Grundbuch) ab und vererbte den Namen NEUDERT bis 1945 fort (Vertreibung der Deutschen 1945/46). Auf diesem Hof bin ich 1939 geboren worden. -

Im "Kataster der Untertanen nach dem Glauben. 1651" (Soupis poddanych podle viry z roku 1651) werden kurz nach Ende des Dreißigjährigen Krieges drei Familien NEUDERT in Laubendorf namentlich genannt - noch ohne Hausnummerangabe. Dies stützt die mündlich weitergegebene Information, während des  Dreißigjährigen Krieges habe eine Anna NEUDERT aus Laubendorf einen sächsischen Söldner gleichen Familiennamens geheiratet (Matrikeintrag weder in Bistrau, noch in Politschka, noch in Stangendorf, noch in Zwittau - die einzigen Orte in der Umgebung von Laubendorf mit Matriken aus der Zeit des Dreißigjährigen Krieges -  gefunden!) . Im ersten Laubendorfer Grundbuch, in welchem die ersten Eintragungen noch während des Dreißigjährigen Krieges beginnen, sind zu dieser Zeit drei NEUDERTs als Bauernhofbesitzer im Mittelort genannt (Nr. 206, 212, 213). 

Älter als diese Quelle ist das Urbar der Herrschaft Bistrau aus dem Jahre 1557, das in böhmischer Sprache geschrieben ist. In ihm werden 75 zinspflichtige Bauern in Laubendorf aufgeführt, darunter Paul NEITHART. Da der Name kein zweites Mal, auch nicht unter den 4 nicht zinspflichtigen (weil ohne Besitz an Grund und Boden) Einwohnern, vorkommt, ist dies der in Laubendorf gesuchte "Ur- NEUDERT". Mit großer Wahrscheinlichkeit stammen alle Laubendorfer NEUDERTs von ihm ab. Paul NEUDERT lebte 12 bis 14 Generationen vor den im 20. Jahrhundert geborenen Laubendorfern. Schon im Jahre 1592 wurde ein neues Urbar erstellt. Auch dieses ist in böhmischer Sprache geschrieben. 1592 gibt es schon einen Bauern LORENZ NEITHART und einen Bauern MATTES NEITHART. Sie waren Brüder oder Cousins. - Die Zahl der Namensträger NEUDERT wuchs von da an bis 1945 kontinuierlich an. Darunter waren 9 Bauern auf den Höfen 6, 117, 175, 205, 212, 213, 215, 227 und 230.  Zusatz 3/2013

Laubendorf war von etwa 1260 an bis 1945 ein deutsches Dorf in Böhmen, das 16 km westlich der schon mährischen Stadt Zwittau (heute: Svitavy) liegt. Die Tschechen nannten das Dorf zunächst auch "Laubendorf". Ab Mitte des 16. Jahrhunderts, als die benachbarte Stadt Politschka seit bereits 120 Jahren überwiegend von Tschechen bewohnt war, nannten sie es "Limberk", tauften es aber 1952 in Pomezi um, um die Herkunft des Namens vom Ortsgründer Conrad Lewendorf zu verschleiern. (Zum Thema Laubendorf gibt es eine extra Seite. Der Link dazu befindet sich an diesem Seitenende!)

Woher der erste Laubendorfer NEUDERT kam, ist unbekannt. Könnte diese Frage geklärt werden, wäre vielleicht eine Verbindung zu den Namen

Neidhard, Neidhart, Neithard, Neithart,  Neider,  Neitert,   Neydert, Neydhart,    Nithard, Nithart,
die ich anderenorts gefunden habe, herstellbar. Die mir bekannte älteste Nennung des Namens Nithard stammt immerhin aus der Zeit Karls des Großen, welcher um 800 lebte.

In Laubendorf gab es 1945  unter den 1700 Einwohnern mehr als 20 Familien, die den Namen NEUDERT trugen. Damit galt der Name als häufig vorkommend. Viele der NEUDERTs waren untereinander nicht verwandt. Das besagt aber nur, dass es in den letzten 4 Generationen keine so nahe Verwandtschaft mehr gab, die als Ehehindernis bei Heiraten Neudert/Neudert hätte gelten können.

In Nachbarorten Laubendorfs trat der Name selten auf - mit drei Ausnahmen: Dittersbach, Schönbrunn und Obere Vorstadt Politschka, wo der Name schon vor 1700 nachweisbar ist. In der Regel - und meistens noch nachweisbar - ist der Name durch Einheirat aus Laubendorf in die anderen Dörfer gekommen. In den östlich von Zwittau gelegenen Teilen des Schönhengstgaues ist der Name überhaupt nicht gefunden worden. Das bestärkt die Hypothese, dass Laubendorf der Ausgangspunkt der Verbreitung des Namens NEUDERT im Schönhengstgau ist.

Im Jahr 1989 wohnten in Wien etwa 10 NEUDERTs. Einige konnten ihre Wurzeln nach Laubendorf zurückverfolgen.  Die dies nicht konnten, wussten auch keinen anderen Herkunftsort anzugeben.

Der zu DDR-Zeiten bekannt gewordene Schlagersänger Roland NEUDERT stammt aus dem Egerland.

In den USA gibt es mehrere NEUDERTs, deren Herkunft ich bis jetzt nicht kenne - mit einer Ausnahme: Der Ehemann einer Doerthe N. hat Vorfahren in Laubendorf.

Eine Leipziger Einwohnerin  NEUDERT schilderte, dass die Vorfahren ihres verstorbenen Mannes aus der Gegend von Komotau  und Görkau (Nordwestböhmen) kommen. In den 1645 beginnenden Görkauer Matriken kommt bis 1860 (Ende der Suche!) NEUDERT nicht vor, wohl aber NEUBERT. Selbiges Bild ergint sich für Komotau (Dort erfolglose Suche von 1752 bis 1903!).

Im böhmischen Erzgebirgsort Eibenberg bei Neudek lebten bis 1945 in 8 von 148 Häusern Einwohner mit dem Namen NEUDERT. Jedoch kein weiterer in Eibenberg erwähnter Familienname kommt auch in Laubendorf vor.

Das gehäufte Vorkommen des Namens NEUDERT in Böhmen fasse ich wie folgt zusammen:

  • Herrschaft Elbogen/Westböhmen (Dort im Jahre 1525 die bislang älteste Erwähnung des Namens in Böhmen!)
  • Egerland
  • Gegend um Komotau und Görkau (In den aus dem Jahre 1651 stammenden Einwohnerlisten Böhmens "Soupis poddanych podle viry z roku 1651" ist weder in Komotau noch in Görkau der Name bezeugt. Auch in den Matriken bis ins späte 19. Jahrhundert hinein gibt es keine Funde. Somit sind diese beiden Orte Zielorte, aber keine Quellorte für die  Namensverbreitung .) Zusatz 1/2016
  • Laubendorf (Schönhengstgau) und nahe Umgebung; Im Urbar der Herrschaft Bistrau aus dem Jahre 1557 kommt 1 zinspflichtge  NEUDERT- Familie vor. Im Urbar der Herrschaft Bistrau aus dem Jahre 1592 kommen bereits 2 zinspflichtge und eine nicht zinspflichtige NEUDERT- Familien vor.  Im Jahre 1651 gab es 4 NEUDERT-Familien. Zusatz 1/2013
Interessant ist, dass NEUDERT / NEUDERTOVA auch in der Tschechischen Republik vorkommt. Nach einer  Statistik aus dem Jahr 2002 kommt der Name 201-mal vor. Von mehreren dieser Personen ist bekannt, dass ihre Vorfahren in Laubendorf wohnten und von dort aus ins Böhmische1 geheiratet haben. Andere heute  tschechische NEUDERTs verweigern demonstrativ den Kontakt. 

Die mit NEUDERT sprachlich verwandten Namen wurden ebenfalls in dieser tschechischen Statistik gesucht. Sie kommen allesamt nicht vor, nur die in Deutschland sehr häufige Variante NEUBERT existiert und ist doppelt so oft vertreten wie NEUDERT. (Quelle: www.mvcr.cz/ , eine Internetseite des tschechischen Innenministeriums, 2005)


1 Sofern der Sprachraum oder die Sprache gemeint ist, wird immer "böhmisch" und nicht tschechisch" geschrieben, wie es dem Sprachgebrauch bis 1945 entsprach.

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Wann und wo der Name NEUDERT erstmals in Sachsen und Böhmen in einer Urkunde auftaucht, zeigt nachfolgende Tabelle.

In der vorliegenden Form entspricht sie meinem aktuellen Forschungsstand (8/2006). Zusätze 2007, 8/2013, 2014
Ort
Kreis,  Land
Name, Jahreszahl, Ereignis
Quelle 
Amt Voigtsberg Plauen/Vogtland 1383: Neythart Rechnungen des Amtes Voigtsberg, 1383-1386; Staatsarchiv Weimar (Zitiert aus: Volkmar Hellfritzsch, Familienbuch des sächs. Vogtlandes. Akademie Verlag Berlin. 1992)
Amt Voigtsberg Plauen/Vogtland 1403: Cunrad Neithart Rechnungen des Amtes Voigtsberg, 1403-1405; Staatsarchiv Weimar (Zitiert aus: Volkmar Hellfritzsch, Familienbuch des sächs. Vogtlandes. Akademie Verlag Berlin. 1992)
Bautzen Oberlausitz 1425: Martin Genez? Neytert https://familysearch.org/pal:/MM9.3.1/TH-1971-26180-58987-6?cc=1967764&wc=14588508, Zugriff 8/2013
Schwarzenberg Erzgebirge, Kurfürstentum Sachsen Johanna Neudert, geboren und getauft am 3.4.1426 ( ! ), Heirat mit Johannes Sauer am 3.1.1444 ; Vater: Johannes N.
(Am 5.2.1449 heiratet eine (andere) Johanna N. einen Johannes Graubner.);
www.familysearch.org 1)
Plauen/Vogtland   1438: Erhart onde Concze bruder Nithart Rechnungen des Amtes Plauen 1438/39; Staatsarchiv Weimar  (Zitiert aus: Volkmar Hellfritzsch, Familienbuch des sächs. Vogtlandes. Akademie Verlag Berlin. 1992)
Plauen/Vogtland   1458: Albrecht Neithart; später auch: Neuthartt, Neidert Stadtbuch Plauen 1388 f; Staatsarchiv Weimar  (Zitiert aus: Volkmar Hellfritzsch, Familienbuch des sächs. Vogtlandes. Akademie Verlag Berlin. 1992)
Grünhain Erzgebirge, Kftm. Sachsen Thomas Neudert, Heirat am 13.7.1509 www.familysearch.org (gefunden: 7.4.2004)  1)
7 Dörfer Herrschaft Elbogen 1525: Neythartin, Hofbesitzerin, Alt Sattel;   Wenzel Neithard, Halbhofbesitzer, Jhenassen;   Hansel Neithard, Herbergsbesitzer, Neuen Sattel;   Hans Neithart, Halbhofbesitzer, Wintersgrün;   Simon Neithard, Hofbesitzer, Neuen Sattel;   Michal Neithard, Halbhofbesitzer, Ober Neuengrün;   .... Neithard, Herbergsbesitzer, Dippolzgrün;   Hans Neithard, Herbergsbesitzer, Lambts Rudolf Schreiber, Hrsg.: Das Elbogener Urbar der Grafen von Schlick von 1525.Verlag der deutschen Gesellschaft der Wissenschaften und Künste. Prag, 1934; Standort: GWZO Leipzig, Signatur 97/ 1276 und http://147.231.53.91/src/index.php?s=v&cat=41&bookid=401, Zugriff 12/2012
Bisher älteste gefundene Namensnennung in Böhmen!
Zschorlau Erzgebirge,Kftm. Sachsen
Hans Neidhard, 1539 auf der Talmühle in Zschorlau www.weiss.de/mueller-nn.html  11/2009
Zschorlau Erzgebirge,Kftm. Sachsen
Urban Neithart, Einwohner in Zschorlau,  kauft um 1550/60 von Wolf Pommer eine Mühle. www.weiss.de/mueller-nn.html  2007
Laubendorf (mein Geburtsort) Herrschaft Bistrau/Ostböhmen 1557 Paul Neithart als zinspflichtiger Bauer erwähnt (Erste NEUDERT-Erwähnung in Laubendorf!) Urbar der Herrschaft Bistrau von 1557. In: A. Sedláček, Hrady, zámky a tvrze Království českého. Díl I, Chrudimsko. Praha 1882, s. 125. Desky zemské větší 52, K 27.
Neudek, heute Nejdek Erzgebirge, Kgr. Böhmen In der ev. Tauf-, Trau- und Sterbematrik der Pfarrei Neudek, Bd. 1, Laufzeit von 1562 bis 1597, gibt es 36 Einwohner, die den Namen Neidhart tragen. In der Amtszeit eines der 8 Pfarrer (1571-1574) wurde der Name bei 10 Namensträgern zu Neudert verändert. - Neben der Stadt Neudek gibt es in diesem Zeitraum auch vereinzelte Matrikeintäge aus Hohehstollen, Eibenberg und Oedt.   Eintrag geändert: 8/2011 Erste Pfarrmatrik 1562-1597 von Neudek im Egerland; Verl. Degener, Neustadt/ Aisch 1992; ISBN 3-7686-4131-7
Standort: Deutsche Nationalbibliothek Leipzig, SA 4359-36
Trinkseifen Bergstadt Platten Appollonia, Georg NEIDHARTs Hauswirtin, ist Taufpatin bei der am 23.12.1562 getauften Christina Preuß Erste Pfarrmatrik 1562-1597 von Neudek im Egerland; Verl. Degener, Neustadt/Aisch 1992
Eibenberg bei Neudek, Kgr. Böhmen Taufe des Kindes Katharina des Valentin Neidhart am 15.4.1568 Aus: Erste Pfarrmatrik 1562-1597 von Neudek im Egerland; In: w w w.heimat-neudek.de, Zusatz 2/2012
Neudek Wenzl NEUDERT ist Gevatter des am 15.2.1571 getauften Kindes Matthias Merkel.  Eintrag: 8/2010 Erste Pfarrmatrik 1562-1597 von Neudek im Egerland; Verl. Degener, Neustadt/Aisch 1992
Laubendorf Herrschaft Bistrau Im Urbar von 1592 kommen 3 NEUDERT- Familien vor. Urbar der Herrschaft Bistrau von 1592. In: A. Sedláček, Hrady, zámky a tvrze Království českého. Díl I, Chrudimsko. Praha 1882, s. 125. Desky zemské větší 52, K 27.
Windisch Rottmannsdorf Zwickau, Kftm. Sachsen Simon Neudert, Heirat am 27.11.1611 in Planitz (heute Stadtteil von Zwickau) Obersächsisches Geschlechterbuch, Band 1, 1920; Görlitz 1920, S. 267 (nach dem Kirchenbuch Bockwa, Stadtteil von Zwickau);
Deutsche Nationalbibliothek Leipzig:  ZA 82433
Bautzen Kftm. Sachsen Am 17.9.1655 wird eine Martha Neidert/ Neider / Neitert / Neidtert geboren (4 Schreibweisen treten auf) . Mitteilung von Dr. Walter Neudert +, Berlin>
Laubendorf, mein Geburtsort Kgr. Böhmen, Chrudimer Kreis, ab 1940 Kreis Zwittau (heute Svitavy) 13.12.1643: Taufe des Kindes Thomas der Eltern Benedikt & Marianna Neudert; ältester aufgefundener Taufeintrag in einer Matrik Tauf- und Trauungsmatrik Bistrau, 1637-1665;  Standort Narodni Archiv Prag  (Zusatz 3/2014)
Laubendorf (mein Geburtsort) Kgr. Böhmen, Chrudimer Kreis, ab 1940 Kreis Zwittau 1651 gibt es vier Neudert- Familien. Soupis poddanych podle viry z roku 1651. Chrudimsko; Standort: GWZO Leipzig
Elbogen Kgr. Böhmen 2 Familien und 4 Einzelpersonen NEUDERT 1651 genannt Soupis poddanych podle viry z roku 1651 2 ). Loketsko,  Standort: GWZO Leipzig
Ullersloh Neudek, Kgr. Böhmen (heute Nejdek Georg Neuttert, Richter, und Familie 1651 genannt Soupis poddanych podle viry z roku 1651. Loketsko.
Iglau Markgrafschaft Mähren 1600: Neudert als Familienname vorkommend Zeitschrift des Deutschen Vereins für Geschichte Mährens und Schlesiens. 1910, S. 208
Kgr. Böhmen, Herrschaft Elbogen Elisabeth Neudhartin, Witwe, 35 J. alt, 2 Söhne u. 3 Töchter  1651 genannt Soupis poddanych podle viry z roku 1651. Loketsko; 1945 gab es 7 Familien NEUDERT
Littmitz Falkenau, Kgr. Böhmen Johann N., Bauer, und Familie; 1651 (* ca. 1623) Soupis poddanych podle viry z roku 1651. Loketsko
Haid Herrschaft Elbogen Johann N., 1654 Die Karlsbader Landschaft, Hrsg.: Heimatverein der Karlsbader e.V., 1974; Druck: Brönner & Dentler KG Eichstätt
Schlackenwerth Herrschaft Elbogen Martin N., und Mathes N, beide 1654 Die Karlsbader Landschaft, Hrsg.: Heimatverein der Karlsbader e.V., 1974; Druck: Brönner & Dentler KG Eichstätt
Loguivy Cotes d'Amor/Bretagne (F) le Neudert; 1696 (kein Vorname angegeben) www.geneanet.org
Pullwitz   Mathes N., 1713; Die Karlsbader Landschaft, Hrsg.: Heimatverein der Karlsbader e.V., 1974; Druck:Brönner & Dentler KG Eichstätt
Ellm Herrschaft Elbogen Johann N., 1713 Die Karlsbader Landschaft, Hrsg.: Heimatverein der Karlsbader e.V., 1974
Donawitz   Johanna N., 1713 Die Karlsbader Landschaft, Hrsg.: Heimatverein der Karlsbader e.V.,1974
Oed Neudek Anna Maria N., * 1727 (1651 noch kein Fund!) www.familysearch.org
Thein Falkenau / Egerland (heute Sokolov) Anna Rosina N.,  * ca. 1729 www.familysearch.org
Ubstadt Bruchsal/Baden Maria Magdalena, *1766, T. d. Mathias Neudert, *1642 in Ubstadt http://gedbas.genealogy.net/  8/2011
  Boskovice/Mähren Jan N., * 1798 ; Heirat am 1.7.1823; Herkunft aus Laubendorf vermutet!
Berlin Kgr. Preußen Friedrich Wilhelm N., getauft am 13.10.1844 in St. Elisabeth (Kirche in Berlin?) www.familysearch.org
Baden-Baden   Johann Adam Karl N.,  * 1848 www.familysearch.org
Krakau Galizien Josefa N., * ca. 1853  www.familysearch.org
1Wie mir am 18.11.2004 ein Forscherkollege, der Vorfahrensuche im Erzgebirge betreibt, mitteilte, sind viele Eintragungen unter www.familysearch.org fraglich, wenn nicht gar gefälscht. Wahrscheinlich trifft dies auf die beiden Zeilen der Tabelle zu, weil es aus so früher Zeit weder in Schwarzenberg noch in Grünhain Taufmatriken gibt. Aus diesem Grund sind die entscheidenden Angaben in den beiden Tabellen-Zellen zwar nicht gelöscht worden, aber durchgestrichen dargestellt.

2) Die "Soupis poddanych podle viry z roku 1651" sind eine flächendeckend in Böhmen durchgeführte Erfassung der Bewohner. Die Erfassung hatte der Erfolgsmessung der Rekatholisierungsbemühungen nach der Schlacht am Weißen Berg gedient. Die Ergebnisse liegen in Buchform vor und können in einschlägigen deutschen Bibliotheken eingesehen werden.    

Mit der erstmaligen sicher belegten  Nennung des Namens NEUDERT  in Neudek (Böhm. Erzgebirge)  ist erwiesen, dass es den Namen in dieser Schreibweise mindestens schon 450 Jahre lang gibt.  

Nachfolgend ist eine Landkarte dargestellt, welche Obersachsen und Böhmen zeigt. Darin sind diejenigen Orte hervorgehoben, aus denen eine frühe NEUDERT-Nennung bekannt ist (Auszug aus obiger Tabelle). 

Nachdem ich im Urbar der Herrschaft Bistrau aus dem Jahre 1557 den Namen NEITHART (Das Dokument ist in böhmischer Sprache geschrieben.) im Dorf Laubendorf gefunden habe, bin ich nicht mehr überzeugt, dass der Name NEUDERT durch Zuwanderer aus dem sächsischen und böhmischen Erzgebirge nach Laubendorf gekommen ist. Er könnte auch aus einer westlich oder südwestlich davon gelegenen Gegend nach Laubendorf aufgebrochen sein.

Wer etwas zur Erhellung, wo der Name NEUDERT entstand und wie er durch die Generationen weitergegeben wurde, beitragen kann, dessen Gesprächspartner möchte ich werden.

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Johann Neudert:   Was mir von  möglichen frühen Vorfahren und von Namensvettern bereits bekannt ist .....

Datum/Jahr
Namensnennung
Quelle, Informant, Standort
Seit dem 8. Jhd. Neithart in Neithartshausen (Kreis Eisenach, Thüringer Rhön)
Erste Nennung in Mitteldeutschland!  Alle noch älteren Nennungen stammen aus der Deutschschweiz und aus dem Elsass. Zusatz 12/2007
Vossbergsche Zentrale Forschungsstelle NITHART (Mappe 3, Dokument 3.1)  Archiv Roger Neidhart
+ 844 oder 845 Nithard, Enkel Karls des Großen, Geschichtsschreiber, Abt in St. Riquer 1 Diverse Lexika
um 1180 - vor 1246 Neidhart von Reuenthal (auch "Riwental" geschrieben), Minnesänger (Reuental/Odenwald?)2 Diverse Lexika
1275 Arnold Nithardus (deutsch: Nithard), Ratmann zu Jena Dr. Walter Neudert +, Berlin 3)
1379 Heinrich Neithardt kommt als Stadtschreiber nach Ulm. Von da ab ist sein Patriziergeschlecht über mehrere Jahrhunderte in Ulm nachweisbar. Neidhart v. Gneisenau stammt aus diesem Geschlecht. Deutsches Patriziat.  C.A. Starke Verlag Limburg/Lahn 1968
3.4.1426 Taufe einer Johanna Neudert in Schwarzenberg (bei Aue, sächs. Erzgebirge) 
Älteste mir bekannte Nennung des Namens NEUDERT !
www.familysearch.com  5)
1456 Nennung des Namens Neidhardt in Neusattl und Joachimstal (beide Orte im böhmischen Teil des Erzgebirges);  Erste bekannte NEIDHARDT-Nennung in Böhmen! Schwarz, Dr. Emil: Sudetendeutsche Familiennamen des 15. und 16. Jahrhunderts, Verlag Lerche, München, 1972, Seite 213 
um 1460/80 - 31.8.1528 Mathis Gothard Nithart, oder Neithardt/Neithart geschrieben, genannt Matthias Grünewald, Maler, geb. in Würzburg, lebte 1503/04 in Aschaffenburg, ab 1516 in Diensten des Kardinals Albrecht von Brandenburg, ab 1527 in Halle/S, dort auch gestorben;  Lexika
1520 Nennung eines Paul Neidhardt in Schneeberg (Erzgebirge); 1521 Nennung eines Jörge Neidhardt, erneute Nennung 1531 mit dem Hinweis, dass er Scheunen angezündet habe; an gleicher Stelle ein 1645 existierender Ort Neidhardtstal (gegründet 1640) genannt, in welchem eine Schwefelhütte (auch Schwefelhammer genannt) betrieben wurde  Sommerfeld, Gustav: Erzgebirg. Forschungen zur Kulturgeschichte und Geschlechterkunde, Dresden 1929 und 1930; Standort: Deutsche Nationalbibliothek Leipzig (nachfolgend DNBL genannt), 1929 A 10864
27.7.1521 Eheschließung eines Johann Neudert in Grünhain/Sachsen (bei Aue, sächs. Erzgebirge); 2.12.1521 Taufe eines Johann Neudert daselbst; dessen(?) Eheschließung am 27.7.1544 daselbst 6) www.familysearch.com;  5)
1523 Nennung des Namens Neidhardt in Neusattl, Wintersgrün, Oberneugrün, Tüppelsgrün, Lanz u. a. (alles Orte im böhmischen Teil des Erzgebirges) Schwarz, Dr. Emil: Sudetendeutsche Familiennamen  . . .
1525 Nennung des Untertanenverhältnisses folgender Personen mit der einheitlichen Schreibweise NEITHARD:
Wenzl N., Ihenassen, Untertan der Herrschaft Elbogen;  
Hansel N., Neuensattel, Untertan des Rates der Stadt Elbogen;  
Hans N., Wintersgrün, und Simon N., Neuensattel, Untertan des Sebastian Thusell;
Michael N., Oberneugrün; (ohne Vorname) N., Dipolzgrün; Hans N., Lambts; alle drei Untertanen des Wolf Schlick zu Falkenau
Rudolf Schreiber, Hrsg.: Das Elbogener Urbar der Grafen von Schlick von 1525;  Prag 1934
Standort: GWZO Leipzig, Signatur 97/ 1276 Eintrag 4/2006
1525 Nennung einer Neydhartin in Altsattel Schwarz, Dr. Emil: Sudetendeutsche Familiennamen  . . .
1546 Geburt eines Nicolaus Neithardt in Schöneck/Erzgebirge;  + 18.12.1606 alain.neidhardt@club-internet.fr  (7/2006)
1557 Der zinspflichtige Bauer Paul Neithart in Laubendorf ist im Urbar der Herrschaft Bistrau/Ostböhmen erwähnt. Urbar der Herrschaft Bistrau 1557
1571-1574 In der ev. Tauf-, Trau- und Sterbematrik, Bd. 1 der Pfarrei Neudek (böhm. Seite d. Erzgebirges) gibt es 36 Einwohner, die den Namen Neidhart tragen. In der Amtszeit eines der 8 Pfarrer (1571-1574) wurde der Name bei 10 Leuten zu Neudert, bei 2 zu Neidert und bei 3 zu Neubert verändert. Älteste mir bekannte Schreibweise NEUDERT in Böhmen! Erste Pfarrmatrik 1562-1597 von Neudeck im Egerland; Verl. Degener, Neustadt/Aisch 1992; ISBN 3-7686-4131-7
18.11.1592 Geburt der Christine Neidhart, Tochter des Jacob N. & Anna, geb. Kütterer, in Hirschfeld bei Zwickau Familienbericht Ortsfamilienbuch Hirschfeld
Eintrag: 16.7.2007
1585; 1592 Geburt eines Michel und einer Maria Neidhart, Sohn und Tochter des Simon Neudert/Neidhart/Neidert (Drei verschiedene Schreibweisen in den Matriken!), in Bockwa (heute Stadtteil von Zwickau)  Planitzer Kirchenbuch Nr. 1, Nr. 118 (?) und 123 (?); Persönl. Mitteilung von Frau Liselotte Flechsig, Bergstr. 10a, Zwickau
27.11.1611 Simon Neudert aus Windisch-Rottmannsdorf (Ort bei Zwickau) heiratet in Planitz (heute Stadtteil von Zwickau) eine Katharina (Kästner?) Obersächsisches Geschlechterbuch, Band 1, 1920; Görlitz 1920, S. 267 (nach dem Kirchenbuch Bockwa, Stadtteil von Zwickau); DNBL:  ZA 82433
1620 Geburt einer Dorothea Neidhart , Tochter des Simon Neidhart (nicht Neudert, wie oben geschrieben) in Rottmannsdorf, danach bis 1798 (Registerende) keine weitere Namensnennung Persönl. Mitteilung von Frau Liselotte Flechsig (Archivarin), Bergstr. 10A, Zwickau
15.1.1645 Das Kind Paul des Laubendorfer Ehepaares Simon & Regina NEUDERT wird in der St. Jakobskirche in Politschka getauft
Erste Nennung NEUDERT in Laubendorf in einer Matrik   Zusatz 12/2008
Taufbuch Politschka 1642f; Standort: Gebietsarchiv Zamrsk/CZ
1650 Heinrich Neidert aus Hosenfeld-Jossa, Kr. Fulda, Besitzer der um 1450 erbauten Schlingenmühle, umbaut einen Bildstock, der als wundertätig gilt, mit einer Kapelle. 1703/1705 wird die Familie des Heinrich Neydardt im Zusammenhang mit der Errichtung der „Schlingenkapelle" dortselbst genannt. Unter den Arbeitern des Baues werden Hanß Neitert (Schlengenmöll), Georg Neitert und Heinrich Neitert (Hobiche) genannt. Mitteilung von Dr. Walter Neudert +, Berlin
Mit dem Eintrag Paul NEITHART, zinspflichtiger Bauer in Laubendorf, im Urbar der Herrschaft Bistrau aus dem Jahre 1557 ist nachgewiesen, dass es spätestens ab diesem Zeitpunkt mindestens eine eigenständige NEUDERT-Linie in Laubendorf gibt. Alle späteren Namensnennungen in anderen Gegenden können somit diese Laubendorfer Namenstradition nicht mehr begründet haben.
1) Nach "Lexikon für Theologie und Kirche", Herderverlag, 1995,war er im letzten Lebensjahr Laien-Abt im Kloster St. Riquer. Er starb in einer Schlacht. In der Literatur werden mehrere Todeszeitpunkte zwischen 843 und 845 erwähnt. Einer davon ist der 16.4.844. Ob Nithard verheiratet war und Kinder hatte, bevor er Abt wurde, muss noch erforscht werden. - Nach "Biographisch-Bibliographisches KIRCHENLEXIKON" (www.bautz.de/bbkl/n/nithard.shtml) gibt es einen Mönch und Märtyrer Nithard, der im Kloster Corbie lebte. In Diensten des Bischofs vn Osnabrück, Gosbert, dessen Neffe er war,  missionierte er in Schweden und erlitt dort im Jahre 845 das Martyrium.
Es könnte sein, dass letzterer Nithard mit ersterem von den Historikern hin und wieder verwechselt wurde, was zu den verschiedenen Angaben des Todeszeitpunktes des Nithard, Enkel Karls des Großen,  führte.
2) Einige Historiker sagen, Reuent(h)al sei keine Ortsangabe, sondern meine Tal der Tränen.-  Ab 1350 bis ins späte Mittelalter hinein gab es sog. Neidhartsspiele (erste Erwähnung eines solchen im Kloster St. Paul in Kärnten), die dem Namen nach, nicht jedoch der Sache nach auf Neidhart von Reuenthal zurück gehen. Sie sind die Vorläuferinnen der Fastnachtsspiele.
3)  Ein entfernter Verwandter von mir, + 2002 4)  Diese Hochzeit, wenn sie denn stattgefunden hat, müsste wenige Jahre nach 1620 (Schlacht auf dem Weißen Berg) gewesen sein, als sowohl die Sachsen als auch die Böhmen lutherischen Glaubens waren. Eine konfessionsverschiedene Ehe war zu dieser Zeit undenkbar. 
5) Wie mir am 18.11.2004 ein Forscherkollege, der Vorfahrensuche im Erzgebirge betreibt, mitteilte, sind viele Eintragungen unter www.familysearch.org fraglich, wenn nicht gar gefälscht. Wahrscheinlich trifft dies auf die beiden Zeilen der Tabelle zu, weil es aus so früher Zeit weder in Schwarzenberg noch in Grünhain Taufmatriken gibt. Aus diesem Grund sind die entscheidenden Angaben in den beiden Tabellen-Zellen durchgestrichen dargestellt.
Aus dem Jahre 1528 ist die Liste der erbzinspflichtigen Personen des Klosters Grünhain überliefert. In den etwa 12 Dörfern findet sich der Name NEUDERT/NEIDHART nicht. Zusatz 2/2006

Nach gegenwärtiger Quellenlage (1/2006) muss davon ausgegangen werden, dass es NEIDHART/NEUDERT zuerst auf der sächsischen Seite des Erzgebirges gab. Erst danach folgte die böhmische Seite. Die Begründung für diese Annahme ist:
  • Die Namensnennungen auf der Nordseite des Gebirges sind die älteren.
  • Die Rodung des Gebirges auf der Nordseite begann im Schnitt 100 Jahre vor der Rodung auf der Südseite. Diese Zeitfolge trifft auch für das Auftreten des Bergbaues zu, wenn auch mit weit geringerem zeitlichen Abstand als bei der Rodung.
  • Die Besiedlung mit Deutschen, die der Rodung folgte, war kammübergreifend, und zwar von Norden her. Exemplarisch dafür stehen die Bergstädte Gottesgab, Platten und St. Joachimsthal, deren erste Einwohner aus dem nördlichen Erzgebirgsteil kamen.

  • Folgende Fragen leite ich an Forscherkollegen weiter:

    • Welcher Neudert unter Ihnen kann seinen Namen auf eine der genannten Personen zurück verfolgen? Wer besitzt eine Liste seiner  Neudert-Vorfahren?
    • Wer kennt weitere Namensnennungen Neudert und seine Abwandlungen seit dem Mittelalter?
    • Wer hat Informationen über  Abwanderungen von Neuderts infolge von Krieg oder von Hungersnot in früheren Jahrhunderten?
    • Wer heißt Neudert und hat  keine frühen Vorfahren aus dem Sudetenland?

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Hypothese über die Herkunft der Laubendorfer NEUDERTs

Gegen Ende des Mittelalters und zu Beginn der Neuzeit hat es in Böhmen vier  Migrationsströme unterschiedlichen Ausmaßes und unterschiedlicher Richtung gegeben.

  1. Hundert Jahre nach der Kolonisation des nördlichen Erzgebirges, die von Silberfunden begünstigt und begleitet gewesen war, begann die Kolonisierung und Urbarmachung der Südabdachung des Erzgebirges, Nordwestböhmens also. Das war im 13. Jahrhundert. Die meisten Siedler hatten keinen langen Weg zurückzulegen. Sie kamen aus dem heutigen Sachsen und hatten Erfahrung im Kolonisieren und als Bergleute.
  2. Schon ab 1525 nahmen die meisten Bergstädte im böhmischen Erzgebirge, die alle von Deutschen bewohnt waren, den lutherischen Glauben an, wie es zur gleichen Zeit die sächsischen Städte auf der Nordseite des Gebirges taten. Diesem Vorgang haben sich die Menschen in den umliegenden Dörfern gewiss nicht entzogen. Dies löste eine - vermutliche kleine - Migrationsbewegung von Priestern, Ordensleuten und Laien in andere Gegenden Böhmens aus, die von der Reformation noch nicht betroffen waren. Wegen der Sprachbarriere zum Böhmischen wandten sich die Exulanten vornehmlich in deutschsprachige Gebiete.
  3. Die dritte Migrationswelle begann 1620 als Folge des Ausgangs der Schlacht am Weißen Berge und führte lutherische Christen ( Deutsche und Tschechen) von Böhmen nach Sachen und nach Oberfranken.
  4. Nach dem Ende des Dreißigjährigen Krieges gab es diffuse Migrationsströme innerhalb von Böhmen in Orte mit wüst liegenden Häusern und Grundstücken, eine Art Bevölkerungsausgleich. Mehrere Historiker gehen davon aus, dass das vornehmlich von Tschechen bewohnte Innerböhmen einen höheren Bevölkerungsverlust zu verzeichnen gehabt hatte als das von Deutschen bewohnte gebirgige Randböhmen. Sie folgern daraus eine Ausdehnung des deutsches Sprachgebietes in Richtung der wüst liegenden oder in der Bevölkerungszahl dezimierten Orte Innerböhmens. Gegenteilige Auffassungen werden von Historikern nicht vertreten.

So weit die geschichtlichen Tatsachen! Nun zu den Vermutungen, Vermutungen, die die Qualität einer Hypothese, vielleicht einer Theorie haben! Sie betreffen die beiden erstgenannten Migrationsströme.
 
Es ist zu anzunehmen, dass unter den ersten Kolonisten, die nach Böhmen gingen, auch Namensträger NEIDHART/NEUDERT waren. Wenn sie nicht- wie hier dargestellt - aus Obersachsen kamen, dann aus dem fränkischen Raum. In diesem Fall wäre der fränkische Raum die Wanderungsquelle, und zwar in beide Richtungen, nach Obersachsen und nach Nordwestböhmen. - Ortsnamenforscher haben herausgefunden, dass Ortsnamen- Endungen auf "-grün" Beweis für eine fränkische Kolonisation sind. Beiderseits des Erzgebirgskammes gibt es zahlreiche derartige Ortsnamen, darunter auch solche, in denen im 16. und 17. Jahrhundert der Name NEIDHART/NEUDERT auftaucht.
Nach 1525  - so lautet die Hypothese - ist ein NEUDERT aus der relativ großen Zahl der NEUDERT- Namensträger der Herrschaften Elbogen  (in Nordwestböhmen liegend) seines Glaubens wegen nach Laubendorf gezogen, wo noch alle Menschen katholisch waren. In Laubendorf ist die Reformation erst 1582 eingeführt worden. Die Nachkommen dieser standhaften Katholiken haben 1582 nicht mehr die Chance besessen, durch einen erneuten Ortswechsel in Böhmen oder Mähren ihren Glauben zu wahren: Der evangelische Glaube hatte sich inzwischen weitgehend durchgesetzt.
Der NEUDERT- Ankömmling  in Laubendorf war oder wurde Bauer, weil 1651, mehr als 100 Jahre nach der vermuteten Zuwanderung, drei Einwohner in Laubendorf, die NEUDERT heißen, als Bauern ausgewiesen sind. Weitere Namensträger mit einem anderen Beruf oder Häusler/Feldgärtner (Einwohner mit geringem Landbesitz) kommen nicht vor. -
Selbstverständlich wurde in allen böhmischen Erzgebirgsorten, in denen NEUDERTs vorkamen, auch nach solchen Namen gesucht, die auch in Laubendorf und Umgebung vorkamen. Das würde die These von der Zuwanderung aus dem Erzgebirge untermauern. Es wurde zweimal EDELMANN und einmal FINDEISEN gefunden. Beide Namen existieren im Jahre 1557 auch in Laubendorf. Der Name FINDEISEN deutet auf einen Namensträger hin, der mit der Suche von Erzgängen vertraut war. Diesen Beruf konnte er  im Erzgebirge, aber auch in einigen südlichen Nachbardörfern Laubendorfs ausüben, wo Eisenerzbergbau betrieben worden ist. Der erste Laubendorfer FINDEIS ist somit ein Zuwanderer. Vielleicht kam er zusammen mit einem EDELMANN und einem NEUDERT dort an.

Die Entstehung des Namens NEUDERT, dessen frühdeutsche Urform NITHART ist, ist im südwestdeutschen Sprachraum anzusetzen. Dies waren seinerzeit das Elsass und die Deutschschweiz.

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Verbreitung des Namens  NEUDERT  in Laubendorf und in seinen Nachbarorten

Die Nachforschungsergebnisse sind tabellenförmig aufgebaut. Die Tabelle ist jedoch nicht vollständig. Soweit der Ort Laubendorf betroffen ist, habe ich Unterlagen meines Vaters und des Arbeitskreises Laubendorf verwendet. Für den Ort Schönbrunn hat Lm Franz Michl freundlicherweise zugearbeitet. Die Suche nach NEUDERTs im übrigen Schönhengstgau geschah überwiegend durch Recherchen in ca. 30 Heften der "Schönhengster Heimat" der Jahrgänge 1998 bis 2002.
Trotz des noch rudimentärem Charaktes der Recherche bieten sich schon jetzt folgende Schlüsse an:

  • In keinem anderen Ort des Schönhengstgaues kulminiert der Name NEUDERT so wie in Laubendorf. 
  • In den Kreisen Hohenstadt/Müglitz, Landskron und Mährisch Trübau kommen NEUDERTs offensichtlich gar nicht vor.
  • Selbst im Kreis Zwittau ist das Verbreitungsgebiet der NEUDERTs auf  wenige Orte im  westlichen Teil, alles Dörfer in Nachbarschaft zu Laubendorf, und auf Zwittau begrenzt.
  • Die drei ersten Schlüsse legen nahe, davon auszugehen, dass sich die NEUDERTs vor dem Dreißigjährigen Krieg  zuerst in Laubendorf ausgebreitet haben, und dass es erst danach zu einer nennenswerten Verbreitung des Namens in Nachbarorten und später auch in Zwittau kam.
Die Nachforschungsergebnisse zu NEUDERT sind als  pdf-Datei  (25 kB) herunterladbar.
Welche ehemaligen Einwohner von Laubendorf und den Nachbarorten können diese Tabelle kritisch durchsehen und mir eventuelle Fehler und Zusätze mitteilen?
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Johann Neudert
Sprachliche Herkunft des Namens NEUDERT

Die "Schönhengster Heimat", das Presseorgan der heimatvertriebenen Schönhengster,  befasste sich in ihrer Ausgabe vom Januar 1995 mit dem Thema Namensforschung und handelt dabei auch den Namen NEUDERT ab. Der Verfasser Franz J. Klimperle schreibt: Neudert/Neidert/Nethert, Netek (sächsisch- schlesisch-böhmisch), Neithard (althochdeutsch) "Kampfesgroll, kampfbereit"; verschliffen aus "Neuer Siedler am Walde", althochdeutsch Neut-hart; Neidert aus Neida bei Coburg"

Mein entfernter Verwandter Dr. Walter Neudert, Berlin, *1910 in Mödritz bei Brünn, hat noch weiter gehende Aussagen zur Namensherkunft erforscht:

 
NIPA (vorgermanisch)
Erklärung:

Bedeutet feindseliger Eiferer und Zorn des Kriegers

NIP 
NITH (angelsächsisch)
NID (althochdeutsch)
NID (ahd.)
NIT(H) (mittelhochdeutsch)
Nidhard (=stark im Kampfeszorn)     Erklärung
Übergang zur Bildung alteinheimischer, zunächst Personen = (Einzel-) Namen; später Festwerden als Familiennamen 

Die Veränderung der Familiennamen ist bedingt durch: 

  • Erste und zweite Lautverschiebung, 
  • mundartliche Lautverschiebung,
  • Hörfehler infolge von überwiegend mündlicher Weitergabe von Namen in früheren Jahrhunderten (Analphabetentum)
  • Eine gewisse Freizügigkeit beim Schreiben der Matriken
Nidhardt    
Nidhart Nither Nitperth
Niedhard(t) Neidhard(t) Nieter N(e)ippert
Nietart Neidert Nieder Niebert
Nietert Neuthard Neider Neuber
  N e u d e r t Neidher Neupert
  Neudert(h) Nitter Neubert *)
      Neupart

*) Es gibt eine nicht zu vernachlässigende Aussage verschiedener Namensherkunftsforscher, die dem Namen NEUBERT eine nicht so lange Entwicklungsgeschichte, wie hier dargestellt, zubilligen. Sie halten NEUBERT für eine Abschleifung von NEUBAUER.

Dr. Walter Neudert zog zu seinen Nachforschungen folgende Bücher heran:
Heintze-Cascorbi: Die deutschen Familiennamen geschichtlich, geographisch, sprachlich. Halle/S. 1933
J. K. Brechenmacher: Etymologisches Wörterbuch der deutschen Familiennamen, Bd. II. Limburg/Lahn 1957/63

Der Schönhengster Namensforscher Franz Etzler, dessen (meist handschriftlicher) Nachlass im Schönhengster Archiv in Göppingen verwahrt wird (Registrier-Nr.: 10 M 31), macht Ausführungen zur Herkunft heutiger Familiennamen aus althochdeutschen Ruf- und Taufnamen und aus anderen althochdeutschen Wortstämmen. Zur Herkunft von NEIDHARD schreibt er:
NEIDHARD (ahd. nît = Eifer, Hass, stark im Kampfeseifer): Niedhart, Niedert = Nither: Niederle, Nieter, Nitter, Neider, Nierlich (Kurzform: Nitho): Nitt(e)l, Neitel, Nieck(e)l (Kf. : Nietz), Nitzsche, Nitzschmann, Neitzel.
Die Abwandlung zu NEUDERT kommt bei ihm nicht vor! 

Auch der DUDEN gibt Hinweise auf die Namensherkunft.
Danach geht der Name NEUDERT auf eine jüngere Form von NEUTHARD(T) / NEIDHARD zurück. Diese Aussage korrespondiert mit den Angaben in der von Dr. Walter Neudert erstellten oben abgebildeten Tabelle.
Hingegen behauptet der DUDEN, dass der Name NEUBERT nicht dieselbe germanische Urform wie der Name NEUDERT habe, indem er ausführt, NEUBER und NEUBERT seien verschliffene Formen von NEUBAUER. Ein Gleiches treffe für NEUPER / NEUPERT zu.
Nachtrag: 12/2006;  Quelle: www.duden.de/index2.html?duden-suche/  2006

Welche Namensvarianten haben sich nun nach den jahrhundertelangen sprachlichen Abschleifungen und orthografischen Veränderungen erhalten?

Darüber geben heutige Telefonbuch-CDs schnell und gleichzeitig ausreichend genau Auskunft: (Hier mit Hilfe von "klick Tel 2000" durchgeführt! Ca. 10.500 Namensnennungen ausgewertet!)

Übrig geblieben sind fünf Namen! 

  • Neubert(h)  (72,6 %, in der Häufigkeit die absolute Dominanz  unter allen vorkommenden Namen!) 
  • Neidhard    (11,7 %)
  • Neudert(h)   (7,6 %)
  • Neidhart       (4,4 %)
  • Neidert        (2,3 %)
In der Summe decken diese fünf Namen 98,6 % der Häufigkeit der Namensnennungen ab.  Weitere 12 Namensvarianten teilen sich in die verbleibenden 1,4 %, worunter sich der vermutete Ursprungsname NITHARD  mit 0,04 % ( = 4 Nennungen unter 10500 ! ) begnügen muss. 

In Österreich und in der Schweiz ist die Palette der vorkommenden Namensspielarten eindeutig kleiner als in Deutschland. Es dominiert  NEIDHART sehr deutlich, gefolgt von den Schreib-Varianten NEIDHARDT / NEIDHARD (alle drei Varianten zusammen 66 % [ A ], bzw. 84 % [CH ]  in der Häufigkeit). NEUDERT liegt in Österreich der Häufigkeit nach an 3. Stelle, in der Schweiz jedoch unter "ferner liefen".
NEUBERT spielt in beiden Alpenländern als Name keine Rolle. Das verwundert, wenn man unterstellt, dass der Name von NEUBAUER abgeleitet ist!
In der tschechischen Republik ist  NEUDERT / NEUDERTOVA  ebenfalls vertreten. Von allen anderen Schreib-Varianten kommt allein NEUBERT  vor! 

Ob diese statistischen Erhebungen aus der Gegenwart geeignet sein könnten, die auf dieser Webseite gestellten Fragen zu klären helfen, sei dahingestellt. Momentan sind sie nur eine nackte Information. 18.1.2003

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  Johann Neudert

Der Maler Mathis Gothart Nithart, genannt Matthias Grünewald

Weil Matthias Grünewald einen anderen Namen hatte, bevor er als Maler bekannt wurde, nämlich Nithart, ist er für alle, die Neudert heißen, so interessant. Viele seiner Lebensdaten sind bis heute nicht geklärt. So ist z. B. die Frage, ob sein ursprünglicher Familienname Gothart oder Nithart war, umstritten. Daraus ergeben sich meine Fragen an Sie:
  Hatte Matthias Grünewald Nachkommen?
           Wenn ja, nannten sie sich Nithart oder Grünewald?
                  Gibt es eine Liste seiner Vorfahren und Nachfahren?
                         Wo wohnten seine Nachkommen?
                                Sind Sie ein Nachkomme von Mathis Gothart Nithart, genannt Grünewald?
Wenn Sie eine Antwort wissen, oder wenn Sie den Weg kennen, wie man eine Antwort erhalten kann, lassen Sie es mich wissen!

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Meine Vorfahren in Laubendorf und Umgebung
Einige meiner Vorfahren kann ich bis in die Zeit vor den Dreißigjährigen Krieg  zurück verfolgen. Von anderen wiederum fehlt jenseits der 7. Vorfahren- Generation jede Spur. Fast 800 Personen sind in der Vorfahrensliste erfasst. Von den meisten sind Tauf-/Geburtstag, Hochzeitstag und Todes-/Beerdigungstag erforscht worden.  Das älteste gesicherte Datum ist das Trauungsdatum 7. Februar 1607 des Adam Friedl und der Anna Günther (beide aus Stangendorf).  Beide Vorfahren haben 11 Generationen vor mir gelebt. Aus der 13. Generation vor mir kenne ich einen Namen, Andreas Schönk. Er besaß den Laubendorfer Bauernhof 176. Er trägt die Vorfahren-Nummer 9920 und ist während des Dreißigjährigen Krieges gestorben.

Folgende Namen kommen vor unter meinen Vorfahren vor. Es sind die häufigsten, keineswegs alle vorkommenden Schreibvarianten aufgeführt. Die Jahreszahl nach einem Namen ( xxxx ) steht für das erste Auftreten eines Namens aus der Sicht des nach Vorfahren forschenden Probanden [Nicht zu verwechseln mit dem frühesten Auftreten des Namens in der Vorfahrenliste überhaupt!]. Daraus ergibt sich: Je niedriger die genannte Jahreszahl, desto entfernter meine Verwandtschaft zu dieser Namenslinie!:

Abtsdorf:

Poltz (1699),  Hanauska (1678),  Antes (1678),  Dömel/Demel (1699), Briohl (1661), Kaupa (1654), Pucher (1658), Schneider (1645) 

Baumgarten
Fölkl/Feltl (1749),  Fagmon/Faimon (1766),  Schneider/Kregczy(1643),  Buresch (1726) 

Blumenau: 

Eigel/Aigel/Eygl (1709),  Haubt/Haupt (1738),  Huschka (1805),  Jokesch (1754),  Jaich (1731),  Küller/Koller (1765),  Landsgesell (1734),  Libisch/Libischer (1800),  Mandlik/Manlig (1732),  Miksche (1775),  Rzehak (1737),  Schauer (1837),  Teimer/Teymer/Teubner (1715),  Tidel/Tydl (1805),   Wala/Waala/Wahla (1755),   Wilder (1699)

Bohnau: 

Felkl (1729),  Heger (1753),  Fiker (1677)

Dittersbach: 

Leinweber (1760),  Müller (1735),  Skalsky 

Hopfendorf:
Ambrosch (1690),  Küller/Köller/Koller (1732),  Künzel,   Mandlik (1774),  Peitl/Beutl (1827),  Schauer,  Schlesinger (1807),  Siegl (1764),  Sobel/Sobola (1676),  Stephan (1758),  Tobisch/Tobesch (1853)

Jansdorf:
Hüller (1681), Künzel (1707),

Karlsbrunn: 

Demele (1746),  Fauska/Faustka (1768),  Herday (1793),  Klaschka (1763),  Neubauer (1711),  Perska/Perschka (1732),  Püttner/Bittner (1707),  Richter,  Schauer (1753),  Schwab (1732), Tobisch/Tobesch (1830),   Watschka/Watzka (1705),  Blaschka (1760)

Kurau:

Czada (1712)

Laubendorf: Balzer/Paltzer,  Bidmon/Bittman/Widmon (1756),  Bittner/Püttner,  Blaschka,  Czeschka/Czieschka/Czizke/Tschieschka/Tjezkey/Zischka/Zisska (1939),  Doleschal/Dolezal/Doleschle (1879),  Eltschkner (1728),  Federsel/Federsell (1740),  Findeis (1836),  Fordinal/Wohdenal (1760),  Gleich (1798),  Gloser/Glaser (1843),  Heger (1845),  Huschka (1874),  Kreitschi (1899),  Kruschina (1810),  Leis/Leiß (1741),  Löffler/Leffler (1746),  Mandlik (1874),  Müller (1732),  Neudert/Neydert,  Petter/Peter (1904),  Schlöser/Schleser (1771),  Schmid/Schmidt (1814),  Schönk/Schenk (1740),  Schwab (1691),  Stelzer/Stalzer (1720),  Tureczek (1759)

Lauterbach:
Blaschka (1689),  Martinke (1684),  Urbanek (1718)

Nikl:
Demele (1704),  Pachl (1708), Peitl/Beutl (1764),  Urban (1736), Hiller (1652)

Politschka und Obere Vorstadt, OV: 

Baisa (1697),  Killer/Küller (1717),  Drazil OV (1710),  Echl OV (1711, aus Rothmühl kommend),  Gilek (1713),  Schlesinger OV (1851, aus Hopfendorf kommend), Nebuda OV (1678)

Riegersdorf:
Ehrnberger/Ehrenberger (1830),  Friedl/Fridl, Füker/Fiker (1734),  Heeger/Heger (1810), Kohl/Khol (1740),  Kreitschi/Schneider1 (1776),  Staud (1738)

Rothmühl

Echl (1646)

Schirmdorf:

Demel/Dömel (1730)

Schönbrunn:
Kukla (1708),  Michl (1764)

Stangendorf:
Hornisch (1718),  Friedl (1688),  Heger (1649),  Wilder (1608), Günther (1606),  Schwaben (1618)

Sternteich:

Prax (1658)

Strenitz:
Sobola/Sobel (1704),  Jarolin (1666),  Pratziak (1639),  Glaser (1656),  Schmit (1660)

Teleci

Filippi /1726)

Überdörfel:
Portl/Portele (1802),  Prax (1758)

Die Liste stellt den nunmehr endgültigen Stand der Nachforschungen dar (Beginn 2004, danach 6/2009, inzwischen 5/2010, 9/2014 und 10/2015), weil alle Matriken und Grundbücher ausgewertet sind. Zusätze und Präzisierungen sind nicht mehr zu erwarten.

Die endgültige Ahnentafel steht als herunterladbare PDF-Datei (17 DIN A4-Seiten, ca.1,6 MB)

zur Verfügung. Dies geschieht in der Hoffnung, dass es Leser gibt, die die eine oder andere Person auch als ihren Vorfahren / ihre Vorfahrin erkennen oder beim Nachlesen in ihrem Ahnenpass entdecken. Mit diesen entfernten Verwandten, aber auch mit allen anderen Vorfahrenforschern aus dem ehemaligen Kreis Zwittau/Schönhengstgau möchte ich Kontakt aufnehmen.

Nur bis zur Generation meiner Großeltern (2. Generation) kommen meine Vorfahren ausschließlich aus Laubendorf. - In der 7. Generation, der letzten Vorfahren-Generation, in welcher ich die Namen aller Vorfahren kenne (Geburts-Zeitspanne von 1700 bis 1750), kommen unter den insgesamt 118 Vorfahren nur noch 55 aus Laubendorf und schon 18 aus Riegersdorf und 19 aus Blumenau, 9 aus Karlsbrunn, 6 aus Hopfendorf, je 2 aus Bohnau und  aus Baumgarten und je 1 Vorfahr aus 7 weiteren Orten. - Dieser Befund ist allerdings kein Alleinstellungsmerkmal. Irgendwann unter den Vorfahren eines jeden Probanden gibt es Personen, die nicht in seinem Geburtsort geboren wurden.

Auch sehe ich mich (wie alle lebenden Menschen!) vom Ahnenverlust betroffen. Ahnenverlust heißt, dass ein Vorfahr/eine Vorfahrin in mehreren Linien vorkommt, also Blutsverwandtschaft unter Ehepartnern besteht. Dies ist in der Ahnentafel dadurch zu erkennen, dass eine Person 2 oder gar 3 Vorfahrennummern trägt. Der Ahnenverlust beginnt bei mir in der 5. Generation (1 Ehepaar) und schreitet mit zunehmender Generationenzahl folgerichtig fort (In der 7. Generation nur 118 verschiedene Personen statt theoretisch 128!). Sofern eine Dispens wegen des Ehehindernisses zu naher Verwandtschaft eingeholt werden musste, ist in der Tabelle stets der Grad der Verwandtschaft  mitgeteilt worden. In der Regel ist dies Blutsverwandtschaft im 3. oder 4. Grad (ein identisches Urgroßeltern- oder Ur-Urgroßelternpaar für ein Brautpaar).

1 In den ältesten zugänglichen Quellen steht immer SCHNEIDER. Erst ab etwa 1800 folgt statt dessen durchweg KREITSCHI. Daran ändert sich bis in das 20. Jahrhundert hinein nichts mehr.

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Die frühesten bekannten Laubendorfer NEUDERTs, Namensnennungen im 16. und 17. Jahrhundert

Erste Bearbeitung und aktueller Bearbeitungsstand: 12.11.2007,  6.6.2015     Geburtsregister NEUDERT 17. Jhd.doc

Ein „?“ vor einem Wort/ oder vor einer Wortgruppe bedeutet: Zuordnung vermutet!  Ein „?“ nach einem Wort bedeutet: Original schlecht leserlich!

Datum/ Jahr

Haus- Nr.

Name, Ereignis

Quelle

1557 183 Paul Neudert, Bauer, Grundbesitz: 12,8 ha  (Einzige Namensnennung im Dokument unter 79 Namen von Grundbesitzern und von Einwohnern ohne Grundbesitz,  also mit hoher Wahrscheinlichkeit der gesuchte Ur- NEUDERT von Laubendorf, von welchem alle späteren NEUDERTs abstammen!) Urbar der Herrschaft Bistrau 1557, Auszug Laubendorf; gefunden in: Jaroslav Sadílek: PRŮZKUMY PAMÁTEK - POMEZÍ Historický vývoj stavebních památek a osídlení obce"
1592 183 Lorenz Neudert, Bauer,  Urbar der Herrschaft Bistrau 1592, Auszug Laubendorf; Quelle: wie oben!
1592 ?209 Mattes Neudert, Bauer;   Urbar der Herrschaft Bistrau 1592, Auszug Laubendorf; Quelle: wie oben!
16.5.1639   Mathaus N. als Taufpate des Kindes Urban Findeis genannt (älteste bekannte Eintragung des Namens Neudert in einer Matrik!) Tauf- und Trauungsbuch Bistrau 1637 - 1665  (Zusatz 9/2014)

13.12.1643

213

Taufe des Sohnes Thomas der Eltern Benedikt & Mariana N. Tauf- und Trauungsmatrik Bistrau, 1637-1665;  Standort Narodni archiv Prag  (Zusatz 3/2014)
28.9.1644 212 Heirat des Simon N. & Regina, Witwe des Paul Zyßka, Dittersbach Tauf- und Trauungsmatrik Bistrau, 1637-1665; (Zusatz 3/2014)

15.1.1645

212

Taufe des Paul, Sohn des Simon & der Regina N. 

Taufmartik Politschka, 1642 f

7.4.1647

213

Marianna N., (Ehefrau des Benedikt N.) als Taufpatin [1] [2] genannt

Taufmartik Politschka, 1642 f

24.6.1649   Taufe des Sohnes Johann des Ehepaares Motl & Anna N. Tauf- und Trauungsmatrik Bistrau, 1637-1665; (Zusatz 3/2014)

1650

212

Katharina, Witwe des Lorenz N., überschreibt ihren Hof 212 an den Sohn Simon

Erstes Grundbuch Laubendorf

1651

212

Simon N., Bauer, Ehefrau Regina, mit Mutter Katharina genannt

Kataster der Untertanen nach dem Glauben 1651. Chrudimer Kreis

1651

213

Benedikt N., Bauer, Ehefrau Marianna, Sohn Valentin, Tochter Anna genannt

Kataster der Untertanen nach dem Glauben 1651. Chrudimer Kreis

1651

?206

Ehepaar Mathes (II) & Marianna N. genannt

Kataster der Untertanen nach dem Glauben 1651. Chrudimer Kreis

1651

215

Wenzl Müller kauft den wüst liegenden Grund des Mathaus (I) N.

Erstes Grundbuch Laubendorf

22.1.1651   Margareta, Tochter des Lorenz N. als Trauzeugin genannt Tauf- und Trauungsmatrik Bistrau, 1637-1665; (Zusatz 3/2014)
9.5.1655 212 Taufe des Sohnes Michael des Ehepaares Simon & Regina N. Tauf- und Trauungsmatrik Bistrau, 1637-1665; (Zusatz 3/2014)
x.x.1656 206 Taufe der Tochter Anna des Ehepaares Motl & Anna N. Tauf- und Trauungsmatrik Bistrau, 1637-1665; (Zusatz 3/2014)
13.10.1658 212 Taufe des Sohnes Lukas des Ehepaares Simon & Regina N. Tauf- und Trauungsmatrik Bistrau, 1637-1665; (Zusatz 3/2014)
24.1.1659 213 Heirat des Valentin N. & der Barbara Schmid Tauf- und Trauungsmatrik Bistrau, 1637-1665; (Zusatz 3/2014)

1660

213

Benedikt N. überschreibt seinen Grund an den Sohn Valentin

Erstes Grundbuch Laubendorf

1664

224

Mates N. (III) übernimmt den Hof von (seinem Schwiegervater?) Mates Barta.

Erstes Grundbuch Laubendorf

8.12.1669

206

Der Bauernhof wird von Mottl (Mathaus? II) N. auf seinen Bruder Georg überschrieben.

Erstes Grundbuch Laubendorf

1.22.1664   Heirat des Matauß N. & der Barbara, geb. Matauß Müller Tauf- und Trauungsmatrik Bistrau, 1637-1665; (Zusatz 3/2014)
9.8.1665   Taufe des Sohnes Lorenz des Ehepaares Mates & Barbara N. Tauf- und Trauungsmatrik Bistrau, 1637-1665; (Zusatz 3/2014)

1677

103

Michael N. kauft das Häusler- Anwesen von der Witwe des Hans Dittrich.

Erstes Grundbuch Laubendorf

15.11.1679

179

Mates N. kauft den Hof von Paul Stiehl.

Erstes Grundbuch Laubendorf

7.7.1681

 

Margaretha N., Ehefrau oder Tochter des Mattes N. als Taufpatin  genannt

Taufmatrik Bistrau, 1677-1686

31.7.1681

!103

Taufe des Andreas, S. d. Michael & Barbara N.

Taufmatrik Bistrau, 1677-1686

16.1.1683

213  

Heirat Valentin N. & Gertrud, T. d. Michael Findeis

Trauungsmatrik Bistrau, 1677-1686

23.4.1684

?179

Taufe des Georg, S. d. Mathes & Maria N.

Taufmatrik Bistrau, 1677-1686

26.6.1685

 

Barbara N. als Taufpatin genannt

Taufmatrik Bistrau, 1686 f

24.1.1686

213  

Taufe d. Matthes, S. d. Valentin & Gertrud N.   NEU 2/2012

Taufmatrik Bistrau, 1686 f

4.3.1687

131

Matteß N. (IV) kauft das Häusler-Anwesen von Gregor Schönk.

Erstes Grundbuch Laubendorf

5.5.1686

103

Taufe der Maria?, T. d. Michael & Barbara N.

Taufmatrik Bistrau, 1686 f

4.8.1686

 

Margaretha, T. des Melchior N. als Taufpatin genannt

Taufmartik Politschka, 1642 f

27.9.1687

131

Taufe des Wenzl, S. d. Mates & Marianna N

Taufmatrik Bistrau, 1686 f

26.10.1687

213  

Taufe d. Martin, S. d. Valentin & Gertrud N.

Taufmatrik Bistrau, 1686 f

5.11.1689

?212

Heirat Jakob, S. d. Faltus N. & Marianna, T.  d. Friedrich Kromr?

Taufmatrik Bistrau, 1686 f

29.12.1689

 

Maria, Weib d. Melchior N. als Patin genannt

Taufmatrik Bistrau, 1686 f

1.1.1690

 

Taufe d. Dorothea, T. d. Georg & Margaretha N.

Taufmatrik Bistrau, 1686 f

14.1.1690

 

Martin N. als Taufpate genannt

Taufmatrik Bistrau, 1686 f

1690

212

Simon N. überschreibt den Hof an Jakob N.

Erstes Grundbuch Laubendorf

21.12.1690

 

Taufe des Christian N.

Taufregister A, 1690 f

12.5.1691

 

Tod der Maria N.

Sterberegister A, 1690 f [3]

15.5.1691

 

Tod des Mathes N.

Sterberegister A, 1690 f

2.11.1691

 

Tod der Katharina N.

Sterberegister A, 1690 f

10.11.1691

 

Tod des Johannes N.

Sterberegister A, 1690 f

5.10.1692

 

Taufe des Andreas N.

Taufregister A, 1690 f

15.11.1692

 

Heirat Martin N. & Christina, T. d. Lukas Peiker

Taufmatrik Bistrau, 1686 f

13.1.1693

 

Taufe der Margaretha N.

Taufregister A, 1690 f

17.5.1693

 

Tod des Martin N., Söhnlein

Sterberegister A, 1690 f

12.3.1694

 

Tod des Johann N.

Sterberegister A, 1690 f

13.1.1695

 

Faltus N. als Taufpate genannt

Taufmatrik Bistrau, 1686 f

1696

213

Valentin N. überschreibt den Hof an seinen Sohn Georg

Erstes Grundbuch Laubendorf

1696

215

Martin N. kauft den Hof von Johann Dittrich.

Erstes Grundbuch Laubendorf

27.1.1697

 

Tod der Ludmilla N.

Sterberegister A, 1690 f

7.2.1697

?215

Taufe d. Mates, S. d. Martin & Christina N.

Taufmatrik Bistrau, 1686 f

4.5.1697

 

Heirat Georg N. & Marzena (Mariechen?), T. d. Hans Brisa

Trauungsmatrik Bistrau, 1686 f

24.11.1697

 

Melchior N. als Taufpate genannt

Taufmatrik Bistrau, 1686 f

2.2.1698

 

Lorenz N. als Trauzeuge genannt

Trauungsmatrik Bistrau 1686 f

20.4.1698

?212

Taufe der Susanna, T. d. Jakob N. & Maria?

Taufmatrik Kurau, 1690 f

22.6.1698

 

Taufe d. Janiczek, S. d. Georg? N. & Maria?

Taufbuch Kurau, 1690 f

24.6.1698

?212

Tod des Simon N.

Sterberegister A, 1690 f

20.7.1698

 

Tod des unleserlich N.

Sterberegister A, 1690 f

13.2.1699

 

Heirat Martin N. & Catharina, T. d. Mates Baltzer, Bohnau

Trauungsmatrik Bistrau, 1686 f

15.2.1699

?215  

Taufe d. Marzena, T. d. Martin & Christina N.

Taufmatrik Bistrau, 1686 f

1.11.1699

 

Taufe der Katharina N.

Taufregister A, 1690 f

8.4.1700

 

Taufe d. Georg, S. d. Name fehlt! & Susanna N.

Taufmatrik Bistrau, 1686 f

18.5.1700

?213

Tod d. Valentin N.

Sterberegister A, 1690 f


[1] Sofern Personen als Paten oder Zeugen genannt sind, wurde nur ihre älteste Erwähnung berücksichtigt.

[2]  Taufpaten und Zeugen sind in der Regel mindestens 21 Jahre alt.

[3]  Im Sterberegister findet sich keine Altersangabe der Verstorbenen. Deswegen ist eine Zuordnung dieser Personen zu ihren Familien nicht möglich.

Die in der rechten äußeren Spalte der Tabelle genannten Quellen stehen mir zur (leider aufwändigen) Vorfahren-Suche zur Verfügung. -

In den ersten 25 in den Matriken dargestellten Jahren existieren mindestens 3 NEUDERT- Ehepaare gleichzeitig. Eine knappe Generation später sind es bereits mindestens 6. - Mit der Auswertung der Matriken aus Politschka (beginnend 1642) und Bistrau (beginnend 1637) habe ich einen großen Sprung in die Vergangenheit geschafft, und ich bin dem Laubendorfer Ur- NEUDERT näher gekommen. Erreicht habe ich ihn aber erst mit der Auswertung des Laubendorfer Teils des Urbars der Herrschaft Bistrau aus dem Jahre 1557, in welchem NEUDERT nur ein einziges Mall vorkommt: PAUL NEUDERT. - Hausnummern, sofern sie zugeordnet werden konnten, wurden aus dem Grundbuch Laubendorf erschlossen.

Auch in mehreren Nachbarorten von Laubendorf finden sich NEUDERT- Eintragungen. Ihre Anzahl ist - verglichen mit Laubendorf - gering, und überall beginnen die Eintragungen deutlich später als in Laubendorf. Dies ist ein zwar indirekter, aber starker Beweis dafür, dass der Ur- NEUDERT im westlichen Schönhengstgau ein Laubendorfer Einwohner ist.
Früheste mir bekannt gewordene Nennungen aus dem 17. und frühen 18. Jahrhundert außerhalb von Laubendorf:
Obere Vorstadt
Politschka: 1677,   Schönbrunn: 1688,   Dittersbach: 1698,  Trpin: 1698,  Bohnau: 1701,   Politschka: 1704,  Bistrau: 1705,  Riegersdorf: 1716,   Kurau: 1725,  Kretin: 1742.  - Die im Jahre 1945 in Politschka wohnenden NEUDERTs hatten Laubendorfer und Schönbrunner Vorfahren, sprachen Böhmisch und Deutsch. Ihr Deutsch war ohne Akzent. Dennoch fühlten sie sich als Tschechen. Folglich wurde keiner von ihnen 1945/1946 vertrieben.

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: 1.2.2017